[Lesen] „Wir müssen mehr fühlen“ – Interview mit der Neurowissenschaftlerin Tania Singer

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Es geht um die Förderung und Schulung von Empathie durch mentales Training im wirtschaftlichen Bereich und die Auswirkungen auf das gesamte Wirtschaftssystem. Für das Gesundheitssystem und somit für Menschen in Gesundheitsberufen sind die Aussagen der Forscherin Prof. Dr. Tania Singer, Direktorin für Soziale Neurowissenschaften am Max-Planck-Institut in Leipzig, genauso relevant.

„Die Neurowissenschaftlerin Tania Singer plädiert für eine neue Balance zwischen Konsum und Sichkümmern – und für Meditation statt Machtspiel.

Singer: […] Die Frage ist, ob man das Mitgefühl bewusst stärken kann, indem man regelmäßig meditiert. Tatsächlich lässt sich bei Erwachsenen Mitgefühl trainieren, was mit einer Steigerung des Wohlbefindens und Verhaltens im Sinne anderer einhergeht. […]

ZEIT: […] Besteht also im mentalen Training die große Hoffnung auf eine kooperativere und verantwortlichere Wirtschaft?

Singer: Wir haben in Experimenten gezeigt, dass man tatsächlich die Motivation fürs Miteinander stärken kann. Dabei ändern sich Reaktionsweisen, Stress wird reduziert, zum Beispiel unter dem Druck des Wettbewerbs. Sie können aber auch lernen, Ihr Herz zu öffnen. Das ist für Ökonomen, so denke ich, eine besonders schwer zu schluckende Pille: Man kann so etwas wie Dankbarkeit, Liebesfähigkeit und soziale Motivation schulen, und die Menschen richten sich dann eher danach aus als an Macht und Gewinn. […]“

Tania Singer: „Wir müssen mehr fühlen“ | Wirtschaft | ZEIT ONLINE, 29.05.2013.

2 Responses to "[Lesen] „Wir müssen mehr fühlen“ – Interview mit der Neurowissenschaftlerin Tania Singer"
  1. Tellerrand sagt:

    Tania Singer wird beim Mind and Life Europe Symposium for Contemplative Studies in Berlin vom 10. bis 13. Oktober referieren.

  2. Tellerrand sagt:

    Auf der Seite der Abteilung Soziale Neurowissenschaft am Max-Planck-Institut Leipzig findet man aktuelle Publikationen von Tania Singer und ihrem Forschungsteam.

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