[Lesen] „Kranke Häuser!“

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Controller in Kliniken – Abrechnung mit einem unmenschlichen System

Kranke Häuser! Wenn Ärzte und Kliniken wirtschaftlich erfolgreich arbeiten, ist das gut für uns alle. Es sei denn, ein Patient braucht Hilfe.

Von Werner Bartens 

Jeden Tag bekommt der Betriebsrat der Uniklinik Marburg eine Überlastungsanzeige. Jeden Tag gesteht einer der 9500 Mitarbeiter ein: Ich kann nicht mehr. Folgen hatte das bisher nur, als öffentlich bekannt wurde, dass auch die Oberärzte der Kinderonkologie die Überlastung beklagten. »Da war das Geschrei groß«, sagt die Betriebsrätin Bettina Böttcher. »Alle hatten Angst um die Kinder.« Die Klinikleitung schuf daraufhin ein paar neue Stellen. In der Regel werden die Hilfeschreie überhört und die Mitarbeiter flüchten sich in Zynismus. Sie haben ihr eigenes Vokabular entwickelt, um die Zustände im Universitätsklinikum Gießen und Marburg zu beschreiben, das 2006 von der Rhön AG übernommen und als erste Uniklinik in Deutschland privatisiert wurde. Drei-Punkt-Pflege lautet einer der Begriffe. Klingt nach umfassender, individueller Versorgung der Kranken. Meint aber »je einen Tropfen Wasser mit dem Waschlappen unter die Achseln und einen untenrum«, sagt Ulrike Kretschmann, eine Hausärztin mit eigener Praxis in Marburg. Oder Intermediate Care: Hört sich nach einem ausgeklügelten Konzept für die Pflege an. Bedeutet aber, dass »sich die Schwester entscheiden muss, zu welchem Patient sie im Notfall als Erstes geht und wer auf der Strecke bleibt«.

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